Auf die Frage, wo denn die derzeitige Kölner Avantgarde agiere, antwortet Daniel Hug in der neuen Art: „Zur Zeit vor allem in Düsseldorf! Das liegt an der Kunstakademie mit Professoren wie Christopher Williams.“ Das Spezial zur Art Cologne fällt ansonsten ziemlich mager aus. Ernsthaft: Wieviel Wohlfühl-Porträts von Julia Stoschek braucht es noch? Sehr lesenswert ist das Gespräch zwischen Jutta Koether, Philipp Kaiser und Martin Prinzenhorn in der aktuellen Texte zur Kunst – Thema: Mike Kelley. Prinzenhorn plädiert u.a. für eine neue Regionalisierung der Kunstszene, Koether erklärt, dass die Lehre Teil ihrer künstlerischen Praxis sei und „Medium einer kritischen Kultur“, und alle beklagen, dass die Künstler heute zu wenig zum (schriftlichen) Diskurs beitragen (Word!). Im Merkur lässt sich Ingo Meyer über die letzten dreißig Jahre ästhetischer Theorieproduktion aus und kommt zum Schluss: „Die gute alte Tante Ästhetik ist zwar sehr in die breite, nicht aber in die Tiefe gegangen.“ Christian Demand hat auf der Webseite noch ein paar Nachfragen dazu. Die FAS freut sich über die Eröffnung des neuen Autocenters in Mitte mit 159 (!) ausstellenden Künstlern und ebensoviel Belanglosigkeit: „Die Stimmung an diesem Freitagabend ist hervorragend.“ Det is Berlin: Die Kunst ist super! Der Spiegel bemerkt, dass auch in der Kunst noch nicht von einem Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern gesprochen werden kann. Im Artikel von Ulrike Knöfel kommt Josephine Meckseper zu Wort und stellt fest, dass der Sexismus in Deutschlang verglichen mit den USA deutlich „plumper, direkter“ sei. „Es herrscht dort immer noch eine Kultur des Macho-Verhaltens, was zwar nervig ist, aber fassbarer und damit angreifbarer.“ Dazu passt ein Nachtrag zum Thema Kippenberger. In der vorletzten Zeit bemerkte Jörg Scheller nämlich zur aktuellen Beweihräucherung: „Dem opulenten Nachkriegskunstmenü von Künstlern wie Andy Warhol, Beuys oder Dieter Roth hatte Kippenberger wenig mehr hinzuzufügen als einen ranzigen, ölig-nöligen Nachschlag. Der zeitweilige Restaurantbesitzer war die chauvinistische Variante Warhols, die utopiebereinigte Variante Beuys, die ätzende Variante Roths.“