Ziemlich schade, dass John Bock inhaltlich so wenig abzugewinnen ist. Dass er nämlich Gespür für Material und Inszenierung besitzt, stellt er hier einmal mehr unter Beweis. Nur reicht das allein nicht mehr. Dadaismus? Gaga ist heute ein Popstar!
Kurzmitteilungen
Elegantes in der Provinz: die Ausstellung verkeilt SW-Fotografien und Wandmodule mit der schäbigen Bahnhofsarchitektur. Ein lebensgroßes Raum-/Denkmodell.
Kitschkulissen, die Augenkrebs machen. Aber manche erwischen dich, wie eine Popballade im Autoradio. Antikonzeptkunst mit Gefühl. Dagegen ist Reyle ein Flachwitz von H.P. Baxxter.
Gern gesehener Ausweg aus der Reverenzkunst-Sackgasse: Gutes Storytelling. Statt Witzchen für den Künstlerstammtisch, gründliche Detektivarbeit und Weltbezug.
Bewährtes Prinzip: Junge Galerie zeigt alte Künstler, deren Werke den Charme von Kinderzeichnungen aufbieten. Fällt auch nicht auf in Altersheimen und Zahnarztpraxen.
Hätte werden können, wäre nicht ganz auf die Installationen verzichtet worden. So verlieren sich ihre Zeichnungen in den Hallen und sind zu oft bloß Plattitüde. Nur ein paar alte Collagen überzeugen.
Eine große Ernüchterung ist Riedels Heimspiel: Ästhetik der Mehrfachkopie die das Grafikdesign von vor 10 Jahren wiederholt. Ohne Aktualität – Jahrtausendwende als Bit-Torrent. Trotzdem: guter Titel!
#8) 160 Zeichen zu John Bock im Kunstverein Hamburg