Wenn man wieder einmal ratlos in einer Ausstellung steht und sich einfach nirgends ein sinnvoller Einstieg auftut, dann findet sich meist eine Schlauer, der erklärt, die Werke entzögen sich eben tradierten Rezeptionsmodi und konventionellen Bedeutungsansprüchen. Wenn man die von Rebecca Warren installierten sieben Bronzesäulen im langläufigen Hauptraum des Münchner Kunstvereins abschreitet, erwartet man an Position acht genau so einen Fürsprecher zeitgenössischer Bedeutungsoffenheit. Ebenso freundlich wie überlegen würde er der Ratlosen ein „Alles kann, nichts muss!“ entgegenhauchen. Doch da steht niemand.
Der überreichte Pressetext verspricht, ein „wesentliches Merkmal“ von Warrens Arbeitsweise ausgemacht zu haben, so als würde es jetzt handfest werden. Worin besteht dieses Merkmal also, denn die Skulpturen selbst sind wenig auskunftsfreudig? – „[...] in der individuellen Anordnung der Werke, die es ermöglicht, dass deren Materialeigenschaften aufeinander reagieren und sich in Verbindung mit dem spezifischen Umfeld aufeinander beziehen.“
Es gibt zwei Arten, wie man bedeutungsfreie Kunst an Frau oder Mann bringen kann. Die eine kokettiert einfach mit der eigenen Zusammenhangslosigkeit. Das ist die Variante, wo es gerne heißt, die Werke entzögen sich begrifflichem Denken und überzogenen Bedeutungsansprüchen – und ... weiterlesen »








